Haltung
Käfig/Voliere/Vogelzimmer
Je grösser, desto besser!
Für jede Vogelhaltung gilt dieser Leitsatz.
Ein Käfig oder eine Voliere sollte immer länger als hoch sein, denn ein Vogel fliegt
nicht wie ein Hubschrauber in die Höhe, sondern horizontal.
Für die Vögel ist Zink giftig, darum darf der Käfig weder zinkhaltige noch
messinghaltige sein. Am besten sind die mit hochwertiger Farbe
einbrennlackierten Käfige.
Weiter ist auch Rost hoch giftig für die Vögel. Sobald ein Käfig oder eine Voliere
Rost aufweist, bitte sofort einen Neuen kaufen.
Der Rolls Royce unter den Käfigmaterialien ist natürlich der Edelstahl. Es ist
leider aber noch ziemlich schwierig und sehr teuer einen Käfig oder eine Voliere
aus diesem Material zu erhalten. In Deutschland findet man schon ganz tolle
Edelstahlvolieren.
Bei Krummschnäbelvögel sollten mindestens 2 Seiten horizontal begittert sein.
Ausstattung
Wassernapf oder Wasserspender, Futternapf oder Futterspender, Frischfutternapf
und Gritnapf. Alle drei am besten aus Edelstahl, da es am einfachsten zu reinigen
ist. Hygiene ist bei der Vogelhaltung sehr wichtig.
Weiter bitte nur Naturäste verwenden. Sie sind ganz wichtig für die Abnutzung der
Krallen und die Gesunderhaltung der Füsse. Der Durchmesser der Holzäste sollte
so gross sein, dass der Vogel nicht rundherum greifen kann.
Bitte keine Baumbusäste. Diese sind viel zu glatt. Der Vogel rutscht und findet
keinen Halt.
Eine Badewanne oder das Absprühen mit einer Pflanzensprühflasche sollte auch
nicht fehlen.
Die Pflanzensprühflasche darf nur für die Vögel verwendet werden. Einige Vögel
mögen Wasser andere nicht. Trotzdem schadet es nicht, wenn ihr Gefieder mit
Wasser in Berührung kommt. Sie sind danach mit Putzen beschäftigt.
Als Einstreu kann man Hanfstreu, Buchenschnipsel oder Sand nehmen. Sand
wird heutzutage nicht mehr so oft verwendet. Durch den Grit ist der Vogel
genügend mit Mineralien versorgt.
Für jeden Vogel sollte mindestens ein Schlafplatz vorhanden sein, am besten sind
aber zwei pro Tier. Schaukeln werden gerne angenommen. Sie simulieren den
wippenden Ast. Sind genug Schlafplätze vorhanden, so können sie sich bei
Streitereien aus dem Weg gehen.
Denn kommt es in der Nacht zu Streitereien, ist es mit der Nachruhe des
Besitzers vorbei. Die Vögel brauchen aus eigener Erfahrung mindestens eine
halbe Stunde, bis sie sich beruhigt haben und wieder einen Platz gefunden
haben. (Danach ist jeder Besitzer hellwach und muss erst wieder zum Schlaf
finden.)
Kommt es zu Streitereien und Geflatter im dunklen Käfig, so ist die Gefahr gross,
dass es zu Flügelverletzungen kommt.
Ein kleines Nachtlicht kann Abhilfe schaffen.
Nicht zur Ausstattung gehören: Spiegel, Kunststoffspielzeug, Kunststoffäste/-
stangen.
Luft
Luft ist ein zentrales Thema in der Vogelhaltung.
Vögel haben mehr Lungen als der Mensch. Somit nehmen sie auch viel mehr
Schadstoffe auf.
Für die Vögel sind Rauch und Küchendämpfe schädlich.
Dampf einer heissen Teflonpfanne bedeutete schon für viele Vögel den Tod.
Es gibt Vögel die Puderfedern produzieren (Nymphensittiche), und das führt zu
noch mehr Staub, als Vögel sowieso schon machen.
Täglich muss mindestens zwei Mal richtig gelüftet werden.
Bei niedrigen Temperaturen sollte nur kurz gelüftet werden, denn die Vögel sind
sehr empfindlich.
Auf keinen Fall darf Zugluft entstehen, ansonsten ist ein Vogel sehr schnell
erkältet, und die Heilungschancen stehen oft sehr schlecht.
Beim Lüften müssen die Vögel entweder in ihren Käfigen/Volieren sein, oder das
Fenster hat ein Schutzgitter, damit sie nicht davon fliegen.
Mit einem Schutzgitter können die Vögel den Sommer so richtig geniessen.
Einerseits die frische Luft und anderseits können sie mit den Vögeln draussen
mitzwitschern.
Zur Luft gehört natürlich auch die Luftfeuchtigkeit, die ganz wichtig ist. Die
Luftfeuchtigkeit in den Zimmern ist oft viel zu tief. Optimal ist ein Luftfeuchtigkeit
von ca. 60%.
Diese erreicht man am besten mit einem Luftreiniger. So trägt man gleichzeitig
zur Entstaubung der Luft bei.
Auch hier gilt natürlich, den Luftreiniger vogelsicher machen (Kabelschutz).
Ein Ionisator hilft zusätzlich, den Staub zu minimieren.
Reinigung
Die Reinigung ist das A und O bei den Vögeln.
Wird der Käfig oder die Voliere nicht sauber gehalten, kann es zu schlimmen
Epidemien mit Parasiten oder Krankheiten kommen. Manchmal sogar mit der
Folge der Eliminierung des ganzen Vogelbestandes.
Das Wasser muss unbedingt täglich gereinigt und erneuert werden. Das Gleiche
gilt für die Badewanne.
Die Volieren- oder Käfigreinigung sollte je nach Grösse einmal pro Woche
stattfinden.
Wichtig ist, dass alle Gegenstände ganz heiss abgewaschen und –gebürstet
werden. Natürlich geht das nicht für Seile. Diese müssen nach einer gewissen
Zeit (, wenn sie zu stark verschmutzt sind,) ausgewechselt werden.
Um die Reinigung zu optimieren, ist es sinnvoll, die nassen Gegenstände mit dem
Haarfön zu trocknen. So werden noch vorhandene Keime durch die heisse Luft
abgetötet.
Ein Dampfreiniger ist auch sehr nützlich, vor allem in den schlecht zugänglichen
Ecken und Ritzen.
Freiflug
Freiflug ist ganz wichtig für die Vögel. Erhalten sie keinen Freiflug, verkümmern
ihre Flügelmuskulatur und im schlimmsten Fall plumpsen sie nur noch zu Boden.
Zu beachten ist, dass das Freiflugzimmer vogelsicher ist. Keine offenen Vasen
keine Spritzkannen, keine offenen Fenster, keine heisse Herdplatten (, da die
Vögel sowieso nicht in der Küche leben), keine Chemikalien und keine
Fluchtmöglichkeit aus gekippten Fenstern.
Weiter dürfen keine Stoffe vorhanden sein, in welchen sich die Vögel verheddern
können, keine ungeschützten Kabel und keine giftigen Pflanzen.
Unbedingt Aufsicht. Wenn keine Aufsicht möglich ist, dann muss das Zimmer
100% vogelsicher sein.
Wenn man im selben Zimmer ist, und die Vögel haben Freiflug, Vorsicht, dass
kein Vogel, der auf dem Boden rumläuft, getreten wird.
Licht
Ohne Licht ist das Leben für Vögel sehr trostlos.
Vögel können UVA- und UVB-Strahlen wahrnehmen. Ihr Gefieder reflektiert unter
dieser Einstrahlung. Weiter sehen die Vögel das Futter farblich ganz anders,
wenn UVA- und UVB-Strahlen vorhanden sind.
Leider absorbiert die Fensterscheibe alle diese Strahlen, darum ist es sehr
wichtig, dass man eine spezielle Vogellampe montiert.
Durch die Lampen können die Vögel Vitamin D3 bilden was für die Knochen und
Federn sehr wichtig ist.
Fehlt das richtige Licht, so beeinträchtigt das die Vitalität der Vögel.
Optimal sind Lampen, die zusätzlich den Sonnenauf- und -untergang simulieren.
Die speziellen Lampen sollten einmal jährlich ausgewechselt werden, da die
Strahlenintensität täglich abnimmt. Für das menschliche Auge ist das jedoch nicht
sichtbar, so können die Röhren oder Lampen anderweitig weiter verwendet
werden.
Es dürfen nur die speziellen Vogellampen benutzt werden. Da Vögel 150
Einzelbilder pro Sekunde wahrnehmen und Menschen nur ca. 15 Bilder pro
Sekunde, sehen Vögel ein extremes Flackern bei normalen Lampen. Es muss
darum immer ein Vorschaltgerät entweder eingebaut oder zusätzlich
vorgeschaltet werden.
Beschäftigung
Sehr wichtig ist die Beschäftigung.
In der freien Natur, sind die Vögel täglich damit beschäftigt, ihr Futter zu suchen
und es auf den Rispen zu picken. Weiter sind sie auf der Suche nach
Wasserstellen und tollem Frischfutter.
Doch auch Brutstellen werden gesucht. Sind die Brutplätze gefunden werden sie
eifrig beknabbert und zum Teil auch mit Nistmaterial ausgestattet. Dieses muss
natürlich auch zuerst gefunden und zum Nistplatz transportiert werden.
Vögel in Menschenobhut müssen das alles nicht.
Ihnen wird das Futter in Schalen serviert, meistens ist nebendran gleich das
Wasser und Nistplätze sind auch zwei Flügelschläge weiter passend
bereitgestellt.
Also, sind den Fantasien der Menschen keine Grenzen gesetzt, wenn es um die
Beschäftigung der Vögel geht.
Ganz toll ist Kork. Damit kann man ganz tolle Sachen basteln.
Achtung: Korkröhren werden auch gerne als Nistplatz genommen.
Weiter sind Seile ein ganz vielseitig einsetztbar. Sei es, um etwas aufzuhängen
oder um eine Verbindung von A nach B zu schafen. Sie werden auch gerne
auseinander gezupft und geknabbert.
Äste können z.B. zu einem Mobile zusammen gebaut werden, auf welchem die
Vögel oft gerne rumturnen.
Frische Grashalme mit Rispen sind ein gute Beschäftigung und simulieren die
natürliche Nahrungsaufnahme.
Klettergerüste und -bäume können ganz nach eigenem Geschmack selber mit
Hilfe eine Weihnachtsbaumständers gebastelt werden.
Diverse Ideen sind unter Bastelideen aufgelistet.
grüner Wellensittich auf dem Baum
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